Financial Advisor Losangle City

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, 

sicherlich haben einige von euch bereits von der privaten Initiative via whatsapp und auf LGLPUrbanistika2020@gmail.com unter Technikern gehört bzw. gelesen, mit welcher einige Kritikpunkte hinsichtlich Inkrafttreten des neuen Landesgesetzes „Raum & Landschaft“ mittels offenem Brief der Politik zur Kenntnis gebracht werden sollen.

Die Aktion fügt sich aus dieser Sicht in das Gesamtbild der kritischen Analyse zur Umsetzbarkeit des an sich durchaus unterstützenswerten neuen Landesgesetzes ein, greift sie doch manche von den Kammern und Kollegien schon seit Monaten institutionell geäußerten Bedenken und Vorbehalte auf, und bringt sie der Politik direkt aus Sicht der unmittelbar Betroffenen zur Kenntnis.  

Wohlgemerkt, vonseiten des Kollegiums wird nicht das neue Landesgesetz an sich kritisch bewertet, sondern es handelt sich um Anmerkungen zur Umsetzbarkeit zum derzeitigen Stand der Sachlage.

Unsererseits haben wir bereits wiederholt in den Aussprachen und Konsultationen auf die Voraussetzungen für eine produktive Umsetzung des neuen Landesgesetzes aus folgenden Gründen hingewiesen:

– Neuer Ansatz der Raumordnung und des Landschaftsschutzes, welcher die derzeit laufende Vorbereitung aller Betroffenen erfordert, die aber nur dann wirkungsvoll sein wird, wenn alle Detailumstände gesetzgebungstechnisch bereits bekannt sind, z.B. alle 26 Durchführungsverordnungen, die neue Musterbauordnung für die Gemeinden usw., und somit im Gesamtbild erklärt werden können;

– Die neuen Rechtsinstitute der Genehmigungstitel und –verfahren müssen erklärbar und umsetzbar sein, was nur im Zusammenhang mit der neuen Organisation des Bauamtes (Servicestelle) und dem vereinheitlichten digitalen Bauakt samt telematischem Einheitsschalter SUE erfolgen kann.

Dazu kommen noch

– Physiologisch bedingte Rechtsunsicherheit in der Umsetzung einer gänzlich neuen Reglung, welche eine Flut von Anfragen technischer und rechtlicher Natur sei es an das Landesamt (neues Landesgesetz), als an den Gemeindenverband (Servicestelle, Bauakt, Einheitsschalter) mit sich bringen wird;

 

– Rechtsunsicherheit aufgrund der Einwände der Staatsregierung, welche jedenfalls eine Gesetzesänderung erfordern werden;

– Derzeit laufende Diskussion auf nationaler Ebene zur Abänderung des DPR.380/2001, beispielsweise Thema „doppelte Konformität“ als Voraussetzung für die Sanierung von Unregelmäßigkeiten in Bauakten (welche auch bei uns ein Punkt der Beanstandung des neuen Landesgesetzes durch die römische Regierung ist);

– Verschiebung der Gemeinderatswahlen auf Herbst und demzufolge Bestellung der neuen Kommissionen ebenfalls erst dann, zudem dürften die derzeitigen Verwaltungen vermutlich hinsichtlich neuer Gemeindebauordnungen keine Entscheidungen mehr vorher treffen wollen;

– und zu guter Letzt auch die durch die COVID-19-Pandemie hervorgerufene enorme Unsicherheit der volkswirtschaftlichen Entwicklung.

 

Die oben geäußerten Überlegungen könnten mit dem Inkrafttreten zum 1 Juli 2020 die Freiberufler treffen, welchen daher notwendigerweise wirksamere Werkzeuge für Anwendung und Auslegung pünktlich zur Verfügung zu stellen sind, um im gemeinsamen Interesse die neuen Gesetzesbestimmungen wirkungsvoll umsetzen zu können, und dadurch dem Endverbraucher gegenüber mit beruflicher Sachkenntnis dessen Wünsche erfüllen zu können.

Es ist unbedingt wünschenswert, dass dieser propositive Werdegang, welcher untrennbar mit der Umsetzung einer so weitreichenden Gesetzesnovelle verbunden ist, in enger Zusammenarbeit mit der Politik und den anderen Entscheidungsträgern erfolgt. Das Kollegium der Geometer ist in diesem Sinne bereits tätig und erneuert die Bereitschaft dazu; jeder Beitrag der Eingeschriebenen und allgemein der Techniker des Bauwesens ist willkommen.

 

Gert Fischnaller, Präsident Kollegium der Geometer und akademischen Geometer

News & Neuheiten

Häufige Fragen – FAQ

2020.07.07 BLR.483.DGP-Pos.COVID.19-RPV Hoch-Tiefbau+allg.techn.VOB-EPI opere edili e non+disp.t

2020.07.07 BLR.483.DGP-Pos.COVID.19-RPV Hoch-Tiefbau+allg.techn.VOB-EPI opere edili e non+disp.t
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2020.06.23 BLR.459.DGP – Verordnung zum Bauwesen-Abänderung – Regolamento in materia edilizia-Modifica

2020.06.23 BLR.459.DGP – Verordnung zum Bauwesen-Abänderung – Regolamento in materia edilizia-Modifica
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Die Geschichte des Geometers

Das Königliche Dekret vom 11. Feb. 1929 Nr. 274, das  diesen Beruf in Italien einführt und dadurch den Vermessungsexperten ersetzt, ermächtigt  den Geometer zur Ausführung von Leistungen in vielen technischen Bereichen, einschließlich der Projektierung von zivilen und ländlichen Bauten und deren Bauleitung, sowie der  topographischen Operationen wie die Landvermessung, und der Schätzung von beweglichen und unbeweglichen Gütern und Vermögenswerten.

Im Jahre 1929, Jahr der Einführung des Berufsstandes des modernen Geometers, war die wirtschaftliche Situation nicht vergleichbar mit der heutigen: die Landwirtschaft produzierte mehr als 80 % des BIP des Landes und beschäftigte mehr als 90% der Bevölkerung. Es bedurfte deshalb einer professionellen Figur mit der Fachkompetenz, um landwirtschaftliche Böden mit der erforderlichen Genauigkeit für die bestmoegliche Nutzung oder für einen Kaufvertrag zu vermessen, zu schätzen, notwendige Gebäude für entsprechende Nutzung und Verwaltung zu planen und auszufuehren, und welche über Kenntnisse für den agrartechnischen Feldbau verfügte.

Der Geometer findet heute Anstellungen auch als technischer Angestellter im Bauamt der Gemeinde, als Bauexperte für die spezifischen Normen des  technischen Bereiches;  die italienischen Geometer arbeiten somit auch als technische Angestellte in der öffentlichen Verwaltung, Betreiber oder Sachverständige in Immobilienagenturen, im Auftrag von Kreditinstituten, Notariatsstudien und Gerichte für Schätzungen und Expertisen. Zu den häufigsten Handlungen gehören die Baubeginnmeldung, die Baukonzession mit Anhängen und Protokollen zu den eigenen Projektierungen für Zivilbauten mit begrenztem Umfang.

Die Berufsbefaehigung als Geometer führt über das Studium der technischen Oberschule (Geometer), und der bestandenen Staatsprüfung für Geometer zur Albumseintragung.

Das Studium sieht die Grundfächer wie Italienisch, Geschichte, Physik, Chemie, Fremdsprache u.a. vor. Die technische Ausbildung beinhaltet technisches Zeichnen, Gebäude, Bautechnik, Kostenberechnung, Topographie, Anlagen, Recht, Wirtschaft, Landwirtschaft und Buchhaltung.

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